| Technik - Oder wie funktioniert eigentlich ein Luftkissenboot |
| Darf
es etwas Geschichte sein ? Oft
ließt man der Engländer Christopher Cockerell habe das
Luftkissenboot erfunden. Doch als sich Cockerell in den 1950ern mit
dem Prinzip beschäftigte und sich später sein Prinzip patentieren
ließ war es im Grunde schon seit 35 Jahre bekannt. Im Jahre 1915
hatte bereits die Marine der K.u.K. Monarchie ein erstes
Luftkissenboot bis zur Funktionsreife entwickelt. Die Versuche wurden
jedoch 1917 eingestellt und so waren es die Sowjets in den 30ern die
das Prinzip wieder aufgriffen. Aufgrund der noch offenen Bauweise ohne
Schürze erzielten sie jedoch dabei keinen Durchbruch und die Boote
gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Der Durchbruch in kommerzieller
Sicht verdankt das von ihm patentierte Prinzip jedoch dem Engländer,
der ihm den Namen Hover Craft gab. |
| Funktionsprinzip
Warum
kann ein Luftkissenboote eigentlich über Land fahren ? Es fährt ja
nicht, es gleitet auf einem Luftkissen ist der erste Teil der Antwort.
Doch wie kommt es dazu ? |
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Die Schürzen der Boote bestehen aus möglichst abriebfestem Kunststoffgewebe das zu Segmenten oder Fingern vernäht wird. Je nach Aufbau des Bootes besteht eine solche Schürze aus 50-70 Segmenten und in der Summe schnell aus mehr als 25 m2 Stoff. Bei Preisen um 10 € pro m2 ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor, da Verschleiß, der Kontakt mit Gegnern oder mit Begrenzungen immer wieder zum Verlust oder zur Beschädigung der Schürzen führt. Der Verlust einzelner Segmentes kann bei diesem Schürzentyp verkraftet werden, da die benachbarten Schürzen den Zwischenraum weitgehend schließen. |
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| Vollschürze Die Vollschürze besteht zumeist aus dickerem Material wie z.B. Planenstoff, da eine geringere Menge Material benötigt wird. Die Vollschürze bietet in der Regel ein stabileres Luftkissen. Während bei der Segmentschürze Beschädigungen teils verkraftet werden können ist eine beschädigte oder abgerissene Vollschürze ein Grund für die Aufgabe des Rennens. Im Augenblick werden Vollschürzen fast ausschließlich bei den in Frankreich gebauten Sirius Crafts und einigen englischen Booten eingesetzt. Gelegentlich kommen sie auch bei Freizeithovercrafts zum Einsatz. |
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| Antriebsmotor
- Schubmotor
Bei den Antriebsmotoren kommen heute zumeist noch 2 Takt-Motoren aus dem Bereich der Ultraleicht Flugzeuge oder der Schneemobile zum Einsatz. Die Motorleistungen bewegen sich zwischen ~ 20 PS bei der Formel 25 bis hin zu Werten über 200 PS bei der Formel 1. Für 4 Takt-Motoren gelten Umrechnungsfaktoren um sie den Formeln zuzuordnen. Diese machen den Einsatz der Motoren im Augenblick insb. in der Formel 2 attraktiv. |
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| Hubmotor
- Lift
Als Liftmotoren kommen je nach Rennklassen verschiedenste Typen zum Einsatz, wie hier im Bild bei einem Formel 2 Boot, können es modifizierte Motoren von Kettensägen sein. Bei der Formel 1 kommen 2 Zylinder Boxermotoren mit mehr als 50 PS Leistung zum Einsatz.
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| Luftmengenteiler Der
Luftmengenteiler sorgt bei Singlecrafts dafür, dass ein Teil der Luft
in den Zwischenraum zwischen den Schalen geleitet wird. Im Bild ist
die schwarze Öffnung zum Zwischenraum gut zu erkennen. Die Abteilung
kann bis zu einem Drittel betragen. Für den Rennbetrieb wird sie
möglichst klein gehalten um den Vortrieb zu verbessern. |
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| Steuerung Die Steuerung erfolgt zum einen durch Ruderblätter im Luftstrom, zum anderen durch Gewichtsverlagerung. Die Steuerwirkung durch Gewichtsverlagerung ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, den jeder zu spüren bekommt der einmal einen Passagier mit nimmt. Durch das zusätzliche Gewicht macht das Boot schnell nicht mehr das, was man von ihm erwartet. Es gab schon Fahrer, die im Rennen ihre Ruderblätter bei einem Unfall eingebüsst haben und trotzdem ins Ziel kamen. - Nur dass sie dazu in ihrem Boot herum turnen mussten wie ein Bodenturner. |
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| Der
Stator Der
Stator, bestehend aus den Statorblätter und dem Spinner, sorgt dafür,
dass die durch den Propeller in Drehbewegung versetzte Luft wieder in
geordneten Bahnen den Duct verlässt. |
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| Riemenantrieb
Bei der Mehrzahl der Boote werden für die Untersetzung des Propellers Riemen verwendet. Hierdurch ist das Untersetzungsverhältnis leicht zu verändern. Zudem liegt durch die Länge des Riemens der Motor tief im Boot und somit auch der Schwerpunkt. Von Nachteil ist die notwendige Präzision um ein Ablaufen des Riemens von den Riemenscheiben zu verhindern. So kommt es immer wieder vor, das bei Rennunfällen Teile verbogen werden und dadurch der Riemen abläuft, was meist mit dem Verlust der Propellerblätter einher geht. Bei der 364 des Hovercraft Racing Team Bergstrasse kommt ein solcher Riemenantrieb mit einem Übersetzungsverhältnis von 1:2 zum Einsatz. |
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| Getriebe
Getriebe haben gegenüber dem Riemenantrieb das Problem des höher liegenden Schwerpunkten, sind jedoch wesentlich robuster und fehlertoleranter. Im Rennbetrieb kommen zusammen mit Rotax Motoren auch die Getriebe aus dem Hause Rotax zum Einsatz. Bei Motoren bis zu 75 PS sind es B-Getriebe, darüber kommen C-Getriebe zum Einsatz. Insbesondere in der Formel 50 sind diverse Motoren mit denen in Ultraleichtflugzeugen eingesetzten Getrieben ausgestattet. Im Hovercraft Racing Team Bergstrasse sind sowohl die 362 als auch die 363 mit Rotax B-Getrieben im Einsatz. Diese bieten uns Übersetzungen von 1:2 oder 1:2,58. |
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| Lüfter
Laut Regelwerk der EHF (European Hovercraft Federation) dürfen im Rennbetrieb nur Blätter aus PAG eingesetzt werden. Diese haben die Eigenschaft sich bei einem Unfall in kleine Stücke zu zerlegen, so dass keine schweren Teile davon fliegen können. Zudem wird der Lüfter durch den Duct (Das schwarze Rohstück auf dem Bild oben, in dem sich der Lüfter befindet) sowie durch ein Gitter geschützt. Ein Glückfall, dass der Einschlag der aufgesaugten Unterlegscheibe nicht das Blatt komplett zerstört hat, sondern stecken geblieben ist, so dass es nach dem Rennen getauscht werden konnte. Warum
Lüfter und nicht Propeller ? |
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| Bootsformen
Bei den
Booten gibt es zahlreiche Formen, die sich in den vergangenen Jahren
deutlich verändert haben. |
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| Wie
groß ist so ein Boot eigentlich? Hier
ein Plan, der einmal die wichtigesten Abmessungen für eine Bootschale
enthält, wie sie z.b. noch bei der WM 2010 zu Einsatz kam. |
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